Nachtrichter
Ein Roman von Dorothea Bergermann

Klappentext: Die Phex-Geweihte Adara und ihr Begleiter Faisal quartieren sich in Kyndochs Phex-Tempel ein. Der Vogtvikar ist über die Störung seines geruhsamen Alltags nicht begeistert und möchte den ungebetenen Besuch schnell wieder loswerden. Eigentlich sind die beiden ja nur auf der Durchreise, aber Adara kann ihre neugierige Nase nicht hinter den Tempeltüren lassen und findet heraus, dass in der gemütlichen Stadt nicht alles so friedlich ist, wie es den Anschein hat. Zwei Banden kämpfen hier um die Vorherrschaft, und Adara und Faisal können nur im letzten Moment einen Mord verhindern. Aber damit fängt der Ärger erst richtig an ...

Meinungen der Leser

Bewertet mit 7 von 10 Punkten»Mit Nachtrichter hat Dorothea Bergermann einen interessanten und spannenden DSA-Roman verfasst, der insbesondere Fans des Phex-Kultes ans Herz gelegt werden kann. Leider hat auch dieser Roman ein paar kleinere Schwächen, die den Lesespaß zuweilen etwas beinträchtigen. Dennoch kann ich den Roman als lesenswert weiterempfehlen und gebe dem Roman daher 7 von 10 Punkten. «
—Marc Völker auf Alveran.org (04.08.2010)
Bewertet mit 4 von 10 Punkten»Der Roman ist lesbar. Ich persönlich mag es aber überhaupt nicht, wenn deutlich regeltechnische Eigenschaften aus dem Spiel (z.B. Vorteile) der Charaktere wörtlich benannt, statt umschrieben zu werden. Das ist hier sehr oft der Fall. Weiterhin stört es mich, wenn immer wieder durchscheint, wie toll doch die Charaktere sind (Zitat: Vater Travantin entschlüsselte ihre Botschaft und gab noch ein paar Vorurteile auf. Echte Achtung schlich sich in seinen Blick.). Sowas kommt ständig vor; die so offensichtliche Beweihräucherung von eigenen Spielercharakteren hat in einem Roman meiner Meinung nach nichts verloren. Die Story als solche ist auch eher lahm. Vor allem der Einstieg ist meiner Auffassung nach völlig misslungen. Auf Seite zwei sind die beiden Superhelden schon in den ersten Kampf verstrickt, den sie natürlich hervorragend meistern. Die Gründe für ihre Teilnahme sind eher unersichtlich; ausser, dass sie zur Zusammenführung der Charakere dienen. Das macht man evtl. so, wenn man ein Abenteuer leitet und die Spieler zügig zusammenführen will, aber nicht in einem Roman. Es gibt allein in der Serie der DSA Romane etliche Beispiele, wie man es besser (aber auch noch schlechter) machen kann.«
—Wikinger (02.06.2010)
Bewertet mit 8 von 10 Punkten»Mir persönlich hat der Roman sehr gut gefallen. Er ist sprachlich gut ausgearbeitet und die Charakter sind lebhaft und stimmungsvoll dargestellt. Die Detailverliebtheit kommt mir und meiner Auffassung von Aventurien sehr entgegen. Die Beschreibungen zu den Analysen treffen den Punkt und erinnern mich an eigene Studi-Zeiten. Das Finale hat mir nicht 100%ig gefallen und dementsprechend vergebe ich gute 8 Punkte, die naeher an der 9 als an der 7 stehen. Ein lesenwerter Roman, den ich nie aus der Hand gelegt habe. Viel Spass beim lesen.«
—Moussad von Fasar (01.06.2010)

Rezension von Marc Völker

Dorothea Bergermann erzählt in Nachtrichter die Geschichte der Phexdienerin Adara und des Magiers Faisal, die - eigentlich nur auf der Durchreise - in Kyndoch zwischen die Fronten einen blutigen Bandenkrieges geraten, in dem sogar vor magischen Attentaten nicht zurück geschreckt wird. Als sie Beistand beim örtlichen Phex-Tempel suchen, müssen sie feststellen, dass dort etwas mehr als Seltsames vor sich geht. Während sie versuchen, den sich mehrenden Ungereimtheiten auf den Grund zu gehen, werden sie immer tiefer in Ereignisse verstrickt, an deren Ursprung mehr Unheil wartet, als ihnen lieb sein kann.

Die Geschichte ist spannend und interessant erzählt, wenn auch zuweilen relativ actionlastig, so dass phasenweise der Eindruck entstehen kann, die Handlung würde sich nur von Kampf zu Kampf hangeln. Sehr schön beschreibt die Autorin hingegen das städtische Leben in Kyndoch. Die Stadt als Handlungsbühne für den Roman wird glaubwürdig und lebendig dargestellt. Positiv fäll auch auf, dass sich die Autorin in der Erzählung auch und insbesondere mit der spirituellen Seite der tulamidischen Phex-Kirche befasst, wird der Kult doch regelmäßig all zu leicht auf die Aspekte Handel und Diebstahl reduziert.

Die zwei Hauptprotagonisten Adara und Faisal sind von der Autorin detailliert und liebevoll gezeichnet und glaubhaft und stimmig dargestellt. Es gelingt Dorothea Bergermann hier hervorragend, die "phexische" Lebensart zum Leser zu transportieren, indem sie die Charaktere mit einer Selbstverständlichkeit phexischen Tugenden folgen lässt, die den allgemeinen Moralvorstellungen zuwider laufen (Einbruch, Bestechung, etc.). In soweit entsprechen die Charaktere nicht dem klassischen Heldenklischee, was jedoch dem Lesespaß und auch der Identifikation des Lesers mit den Protagonisten nicht schadet. Die weiteren Charaktere des Romanes bleiben leider sehr oberflächlich und eindimensional.

Negativ fällt auf, dass die Autorin den Figuren zuweilen mehr oder weniger bewusst eine Art "Superhelden"-Image verleiht und in diesem Zusammenhang ein wenig zur Selbstbeweihräucherung neigt. Auf Dauer ist es meiner Meinung nach für die Glaubwürdigkeit der Charaktere eher störend, dass den Figuren scheinbar alles spielend von der Hand geht, selbst wenn sie im Auftrag des Gottes des Glückt agieren. Darunter leidet zuweilen die Spannung merklich, da man als Leser den Eindruck gewinnt, dass für diese Charaktere eigentlich nichts eine echte Herausforderung oder Gefahr darstellen kann ...

Sprachlich fällt Nachtrichter positiv auf. Der Schreibstil liest sich sehr flüssig und angenehm. Hier gibt es lediglich ein paar kleinere Ausrutscher, die das Allgemeinbild etwas trüben. Zuweilen bewegt sich die Autorin zu dicht am regeltechnischen Hintergrund und gibt dem Leser eher Spielwerte mit auf den Weg, statt die Auswirkungen bildlich zu umschreiben.

Die Hintergründe hat Dorothea Bergermann detailliert recherchiert. Der Roman fügt sich ohne nennenswerte Unstimmigkeiten in den aventurischen Hintergrund ein.

Aufmachung
Nachtrichter
erscheint im Paperbackformat. Das Titelbild zeigt die beiden Protagonisten vor einer Fuchsstatue. Zu Beginn des Romanes findet sich die obligatorische Aventurienkarte. Darüber hinaus findet sich am Ende des Buches ein etwas lieblos gestaltetes Glossar mit Standardbegriffen.

Fazit
Mit Nachtrichter hat Dorothea Bergermann einen interessanten und spannenden DSA-Roman verfasst, der insbesondere Fans des Phex-Kultes ans Herz gelegt werden kann. Leider hat auch dieser Roman ein paar kleinere Schwächen, die den Lesespaß zuweilen etwas beinträchtigen. Dennoch kann ich den Roman als lesenswert weiterempfehlen und gebe dem Roman daher 7 von 10 Punkten.

© 2010 by Marc Völker

Mit freundlicher Unterstützung von Fantasy Productions GmbH

Weitere Romane des Autors:
Roman 118: Nachtrichter
  • Autor: Dorothea Bergermann
  • Art: Roman
  • Cover: Arndt Drechsler
  • Seiten: 320 Seiten
  • Preis: 10.00 €
  • Verlag: Fantasy Productions GmbH
  • ISBN: 3890641385 / 978-3890641386
  • Erscheinungsdatum: 16. Apr 2010
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