









Klappentext: Der Handel in Aventurien bewegt unglaubliche Reichtümer, befördert kostbare Gewürze aus dem tiefen Süden, edle Pelze aus dem hohen Norden und fremdartiges Zauberwerk aus dem fernen Güldenland in die Paläste und Städte des Kaiserreichs. Doch ebenso versorgen unverzagte Hausierer die Bauern mit den Handwerkserzeugnissen der nächstgelegenen Stadt und ziehen dafür durch Wälder voller Wegelagerer und wilder Tiere. Noch tiefer in der Wildnis liefern sich scheinbar barbarische Tauschhändler einen wortreichen Wettkampf um Geschenke und Gegengeschenke. Hehler handeln mit Diebesgut, ohne viele Fragen zu stellen, während zur gleichen Zeit mächtige Frauen und Männer der Kaufherrengilde über die Bewilligung von Darlehen verhandeln, die den Wert mancher Baronie übersteigen.
Dieser Band behandelt eine Vielzahl von Themen rund um den Handel in Aventurien:
—Münzen und Währungen der aventurischen Mächte wie auch die Geschäfte der Geldwechsler, Pfandleiher und Bankhäuser
—die weitreichenden Handelsnetze der Großhändler und ihrer Gilden
—die allgegenwärtigen Krämer und Kleinhändler und ihre Rivalität zu den Handwerkern
—Geschäfte der Hausierer und das ihnen entgegengebrachte Misstrauen
—heimliche Kniffe der Hehler im Umgang mit 'Heißer Ware'
—verschiedene Wege- und Torzölle des Kontinentes und wie Schmuggler sie umgehen
—weitreichende Handelsfahrten und turbulente Warenmessen
—Geheimnisse und Kostbarkeiten des Güldenlandhandels
—einige für das Händler- und Heldenleben interessante Gebäude
Dazu bietet dieses Buch die ausführlichste Beschreibung aventurischer Handelswaren, die je veröffentlicht wurden.
»Es ist schon fast fahrlässig zu nennen, was für Potenzial hier in eine völlig belanglose Spielhilfe verschleudert wurde. Ein "Arsenal"-ähnliches Kompendium zu aventurischen Handelswaren hätte es werden können und es wäre gut gewesen, wenn es das auch geworden wäre. So findet man nur Belanglosigkeiten und Unnötigkeiten, die auf ganzer Linie enttäuschen.«
»Handelsherr und Kiepenkerl ist leider die mit Abstand schwächste Spielhilfe, die mir seit langer Zeit untergekommen ist. Legt man zugrunde, dass der Band ursprünglich als aventurischer Handelskatalog angekündigt wurde, muss man feststellen, dass dieses Thema grundlegend und weit verfehlt wurde. Für den anderen großen Themenblock gibt es meines Erachtens wiederum schlichtweg kaum Nachfrage.«
»Für mich die schlechteste DSA-Spielhilfe bisher. Größtenteils abstrus mit unnützen Details überladen, so dass das ganze Werk eher wie ein ironischer Seitenhieb auf den Regelungswust wirkt als wie eine ernstgemeinte Spielhilfe. Der spielerische Nutzen tendiert gegen 0. Ziemlich dreist, dafür so viel Geld zu verlangen.«
»Viel Belangloses, dafür sucht man z.B. eine Auflistung der großen aventurischen Handelshäuser und -gesellschaften Vergebens. Überhaupt enthält der Band wenig wirklich aventurische Informationen - die meisten Ausführungen könnte man sich auch aus Kindersachbüchern anlesen oder mit gesundem Menschenverstand improvisieren. Der Ausblick auf die zukünftige politische Landkarte Aventuriens fast ohne Dunkle Lande ist allerdings sehr erhellend.«
»Wer sich regeltechnisch erhofft hat, nach den enttäuschenden Werken zu Seefahrt und Bau hier evt. ein paar Hinweise auf magische Eigenschaften bzw. regeltehnische Auswirkungen bestimmter Stoffe zu finden, wird enttäuscht. [...] So abstrus es klingt (jeder weiß ja, wie eine Kirsche aussieht bzw. wie ein Apfel schmeckt), so sind die Beschreibungen doch schön zu lesen, gut geschrieben und in mancher Hinsicht aventurisch. [...] Die Summe ist ein stimmiges, aventurisches Bild des Handels, ohne jedoch Regeln zu ergänzen. «
»Allgemeine Zusammenfassung: Die Publikation Handelsherr und Kiepenkerl, aus der Blauen Reihe der DSA-Veröffentlichungen, beinhaltet, wie der Name schon andeutet, allerlei zu dem Handel in Aventurien. Grob lässt sich die Spielhilfe in zwei Teile trennen. Zum einen der Teil über die aventurische Einbindung des Handels in die Spielwelt und zum anderen in eine (unvollständige) Liste der Waren, die in Aventurien gehandelt werden. Dabei ist Liste irreführend, es handelt sich um einen langen Fließtext. Die Spielhilfe wurde gemischt aufgenommen, was unterschiedliche Gründe haben mag. Allgemein lässt sich die Spielhilfe nur eingeschränkt nutzen, was zu den 3 Punkten führt.
»Meiner Meinung ein wirklich gutes Buch für jemanden, der einen fahrenden Händler spielen möchte! Für den alltäglichen Heldengebrauch eher Nebensache bis unbrauchbar! [...] Wo sind Dienstleistungen wie Unterkunft oder was kostet ein einfaches Mittagessen in der Schenke an der Reichsstrasse? Was kostet mich eine Schiffspassage oder ein Diener (welcher Art auch immer)? Wie hoch sind Gehaltskosten für Schreiber, Übersetzer, Söldner usw.? Wo ist eine übersichtliche Gesamtliste, in der man schnell mal nen Preis nachschlagen kann! Dinge, die meiner Meinung nach wichtiger sind als Edelkäse und Preise für Sommerkopf-Kohl!«
»Das Buch gibt einen guten Überblick über den Waren und Geldweg, ohne langweilig zu werden. Zudem umreist es gut die Anbauschwierigkeiten gewisser Getreide und Obstsorten und den Jahreszeitlich bedingten Mangel dieser, wodurch sich interessante Abenteuerbegebenheiten entwickeln können. Der Konkurenzkampf zwischen den Gilden und den freischaffenden Händlern, so wie die Risiken des Fernhandels, werden ebenso aufgezeigt, wie die Schwierigkeiten der einfachen Landbevölkerung an gutes Handwerkszeug zu kommen. «
»An dieser SH stimmt in meinen Augen so gut wie nichts. Der Spielnutzen tendiert gegen 0, während sich die Beschreibungen in einem unnötigen Kleinklein von Nebensächlichkeiten verlieren, der in den bisherigen Publikationen seinesgleichen sucht. Hier ist viel (eigentlich alles an) Potenzial verschenkt worden.«
»Uff! Die Spielhilfe ist nur für einen SEHR kleinen Kreis von Spielern geschrieben worden und daher ist sie auch nur sehr eingeschränkt zu empfehlen. Was in meinen Augen besonders ärgerlich ist, ist die Tatsache, dass ich (und wohl auch viele andere) etwas ganz anderes erwartet hatten, wobei man sich als Verlag fragen muss, ob so viele Missverständnisse nicht auf einer schlechten Informationskette gründen. Ich hatte mir in der Tat eine SH ähnlich dem Arsenal vorgestellt, wo Alltagsgegenstände, die die Helden brauchen, beschrieben sind. Im Gegensatz dazu krieg ich eine SH über Erdnüsse, Melonen und Pfeffersorten, die ich mir jederzeit so von Wikipedia holen könnte.«
»Tja, was soll man zu dieser Spielhilfe sagen? Einerseits ist sie handwerklich gut gemacht und gut geschrieben, sie geht sehr in´s Detail und wird für alle die, die einen Händler spielen oder in ihrer Runde sehr detailliert auf Handelssimulation setzen zu 100% brauchbar sein. Dort liegt aber auch schon der (große) Schwachpunkt: Für alle anderen Spielrunden (und das dürfte die überwältigende Mehrheit sein) ist die SH de facto nur äußerst eingeschränkt nutzbar bis unbrauchbar. Man hat einige Dinge versäumt, die die SH deutlich aufgewertet hätten: Eine überarbeitete Preisliste wäre ebenso wünschenswert gewesen, wie ein Kapitel über klassische Heldenausrüstung (Seile, Fackeln, Kletterhaken etc.). Leider wurden diese Möglichkeiten sämtlichst versäumt. Klar ist es ganz stimmungsvoll, die verschiedenen Biersorten Aventuriens aufgezählt zu bekommen. Aber man fragt sich als Käufer doch: Wer zum Geier braucht das wirklich?«Handelsherr und Kiepenkerl hat sich dem großen Themengebiet des aventurischen Handels verschrieben. Nachdem das Thema bereits in mehreren Publikationen - zum Beispiel im Aventurischen Arsenal (2003) oder im DSA-Meisterschirm (2008) - angerissen wurde, soll es hier nun vollumfänglich aufgearbeitet werden.
Nach allgemeinen Informationen zu Handel und Waren in Aventurien befasst sich der erste große Teil der Spielhilfe mit den verschiedenen Ausprägungen des aventurischen Wirtschaftswesens. Hier werden auf knapp 80 Seiten Themen wie "Geld und Kreditgeschäfte", "Handelsgesellschaften", "Schmuggel" usw. näher beleuchtet. Die zweite Hälfte der Spielhilfe befasst sich auf 86 Seiten mit allerlei aventurischen Handelswaren. Von Rohstoffen wie Getreide und Bodenschätze über Tiere bis hin zu Handwerksgütern finden sich hier die Beschreibungen unzähliger Waren, mit denen sich mehr oder weniger gut Handel treiben lässt. Abgeschlossen wird die Spielhilfe durch Anhänge, die Handelsregeln, eine Handelskarte sowie den obligatorischen Index enthalten.
Dem behandelten Themenkomplex eilte bereits der Ruf voraus, ziemlich theoretisch zu sein. Dementsprechend liest sich nun auch diese Spielhilfe. Die Informationen sind äußerst informativ und zuweilen geradezu detailverliebt. Dadurch sind die Texte leider auch extrem trocken, und man muss leider festhalten, dass viele der Themen und insbesondere der Details für das Rollenspiel wohl keinen Nutzen haben werden. Die wenigen Themen, die eine echte Bereicherung fürs Rollenspiel dargestellt hätten (zum Beispiel der Güldenlandhandel), werden nur rudimentär angeschnitten. Auf Grund all dieser Umstände ist die Motivation zum Lesen nicht sonderlich hoch. Spannung oder gar Euphorie und Enthusiasmus kommen beim Lesen leider nur sehr selten auf.
Sehr negativ ist bei mir die Aufstellung aventurischer Handelswaren angekommen, da diese unglaublich unpräzise ist. War man aus bisherigen Quellenbüchern detaillierte Übersichten von Waren und Gegenständen des täglichen Gebrauches gewohnt, finden sich die Gegenstände hier nur noch unter Oberbegriffen zusammengefasst (zum Beispiel früher Pergament, Papier, Gänsekiele, Kohlestifte, etc; jetzt "Schreibausrüstung"). Meines Erachtens ist diese Aufstellung und damit der zumindest für mich wichtigste Teil des Bandes faktisch unbrauchbar. Jetzt mag man argumentieren, dass derartige Details nicht notwendig sind, da DSA ja schließlich keine Wirtschaftssimulation darstellt. Dem möchte ich zunächst entgegen, dass Handelsherr und Kiepenkerl eben gerade hauptsächlich jene Zielgruppe anspricht, die zumindest eine Tendenz Richtung Wirtschaftssimulation hat. Außerdem wäre hier problemlos ein Königsweg machbar gewesen, indem man die Oberbegriffe einfach aufgeschlüsselt hätte, so dass jede Rollenspielgruppe die freie Auswahl zwischen Oberbegriff und Einzelaufstellung gehabt hätte. Hinzu kommt, dass die Auflistung meiner Meinung nach in vielerlei Hinsicht unvollständig ist. Als Ersatz für die Übersichten der Gebrauchsgegenstände aus den Vorgängerpublikationen ist der Band daher ungeeignet.
Und so fragt man sich bald nach der Existenzberechtigung dieser Spielhilfe. Mir fehlt es hier an praktischen Anwendungen. Die gewöhnliche Rollenspielgruppe wird für das Thema kaum genug Interesse aufbringen, um sich für Handelsherr und Kiepenkerl zu motivieren. Als Handelskatalog eignet sich das Buch, wie bereits festgestellt, ebenfalls nicht. Somit bleiben die wenigen Spieler von Handelscharakteren, die das Buch zur Hintergrundrecherche nutzen, sowie wenige Gruppen mit einem Hang zur Wirtschaftssimulation. Damit aber ist dem Band ein Dasein als Nischenprodukt vorherbestimmt.
Aufmachung
Handelsherr und Kiepenkerl wurde im gewohnten Layoutkonzept der "Blauen Reihe" kreiert, das in der Form auch in den Regionalbeschreibungen Verwendung findet. Informationen, die von den Autoren als "hervorhebenswert" angesehen wurden, sind grau hinterlegt. Die üblichen Querverweise (zum Beispiel auf Spielleiterinformationen) finden sich in in diesem Band nicht, da hier offenbar kein entsprechender Bedarf vorhanden war.
Die Illustrationen sind etwas unhomogen, jedoch fast ausnahmslos von hoher Qualität. Erstaunlicherweise wirkt der Stilmix hier kaum störend. Der Schreibstil liest sich gewohnt angenehm.
Fazit:
Handelsherr und Kiepenkerl ist leider die mit Abstand schwächste Spielhilfe, die mir seit langer Zeit untergekommen ist. Legt man zugrunde, dass der Band ursprünglich als aventurischer Handelskatalog angekündigt wurde, muss man feststellen, dass dieses Thema grundlegend und weit verfehlt wurde. Für den anderen großen Themenblock gibt es meines Erachtens wiederum schlichtweg kaum Nachfrage. Daher reicht es leider nur für 3 von 10 Punkten.
© 2010 by Marc Völker
Mit freundlicher Unterstützung von Ulisses Spiele